David Rebentrost

David Rebentrost

    • David Rebentrost – Pfarrer, Arzt und wichtiger Teil der Drebacher Geschichte

      David Rebentrost (*15. Juli 1614 in Joachimsthal; † 15. Dezember 1703 in Drebach), war ein bemerkenswerter evangelisch – lutherischer Pfarrer, der über viele Jahrzehnte in Drebach wirkte. Nach seinem Theologie- und Medizinstudium an der Universität in Leipzig ging Rebentrost zurück in seine Geburtsstadt und praktizierte dort einige Jahre als Stadtarzt. 1643 heiratete er Anna Parsfeld aus Zwönitz, in dieser Ehe wurden 5 Söhne und 8 Töchter geboren. Im Jahr 1647 kam David Rebentrost zurück nach Drebach, um seinen Vater, Johann Rebentrost, zu unterstützen. Dieser war hier als Pfarrer tätig. Nach dem Tod des Vaters 1660 übernahm David Rebentrost dieses Amt, in dem er nicht nur seine geistlichen Aufgaben erfüllte, sondern sich auch als Arzt, Heilpraktiker, Pflanzenzüchter und Forscher einen Namen machte. So erforschte er beispielsweise die Heilwirkung von Wismut. Vor einigen Jahren wurde im Archiv ein Brief gefunden, in dem sich der Kurfürst persönlich an Rebentrost wendet und ihn höflich und in aller Form bittet, ihm seine Forschungsergebnisse mitzuteilen.

      Besonders eindrucksvoll ist seine Verbindung zur Natur. Er hatte einen weithin bekannten Pflanzengarten angelegt, in dem er seltene und heilkräftige Pflanzen kultivierte, darunter auch Kräuter und exotische Gewächse wie Granatäpfel und Oleander. Einer regionalen Legende zufolge hatte David Rebentrost dem sächsischen Kurfürst Johann Georg II einen ärztlichen Dienst erwiesen, als dieser in der Nähe einen Jagdunfall hatte. Als Dank durfte sich Rebentrost drei Pflanzen aus dem kurfürstlichen Garten in Dresden aussuchen. Er entschied sich für die Eibe, die Doldige Vogelmilch und den Krokus. Dieser verbreitete sich dann über die Jahrhunderte im ganzen Ort und gilt als Ursprung der heute berühmten Drebacher Krokuswiesen, die jährlich im Frühling viele Menschen begeistern. Rebentrost war seiner Zeit ein Stück voraus und wurde nicht nur als Geistlicher und Naturfreund bekannt, sondern auch als umstrittener, weil außergewöhnlich vielseitiger Wissenschaftler. Sein Erbe lebt bis heute nicht nur in den Krokuswiesen weiter, sondern auch im Namen unserer Schule. Die Grundschule in Drebach wurde nach ihm benannt, um an sein Wirken und seinen Bezug zur Heimat zu erinnern.

      Auch ein Gedenkstein an der Wolkensteiner Straße unseres Ortes ehrt diesen bedeutenden Pfarrer und Forscher und in unserer Sternwarte wurde 1998 ein Kleinplanet entdeckt, der nun als Rebentrost seine Bahn im Universum zieht.

       

      Autoren:

      Enrico Leibner (2026) - Erzgebirgszweigverein Drebach

      Felix Bachmann (2026) - Schulleiter Grundschule Drebach

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